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Niksen - Warum Nichtstun wichtig ist - ganz besonders für Hochsensible

Elektroschocks anstatt Langeweile?

Wann hast du das letzte Mal nichts getan (holländisch «Niksen»)? Ich muss zugeben, es fällt mir auch oft schwer, kurze freie Zeitfenster nicht

«sinnvoll» nutzen zu wollen. Auch wenn ich als Coach die Bedeutung von Pausen kenne. Denn es gibt ja immer etwas zu tun. Und wenn nicht, ist das Handy schnell gezückt zur Ablenkung vor lästigen Gedanken. Aber warum fällt es uns so schwer, nichts zu tun? Nun, unsere Leistungsgesellschaft verlangt Produktivität und Effizienz. Jede Minute soll sinnvoll genutzt werden. Wir definieren uns über die Arbeit, über unser Tun. Hashtag Quality Time, hashtag Selbstoptimierung. Wir haben dies so sehr verinnerlicht, dass es uns regelrecht unangenehm wird, wenn wir in einer völlig reizfreien Umgebung sind. So unangenehm, dass viele sogar Elektroschocks bevorzugen: In einem Experiment (Wilson et al., 2014) mussten die Probanden eine Viertelstunde in einem reizfreien Raum verbringen. Diese Erfahrung empfanden sie als sehr unangenehm. Als in einer Wiederholung ein ungefährlicher, aber sehr unangenehmer Elektroschocker platziert wurde, haben sich 67% der Männer und 25% der Frauen bis zu vier Mal in dieser Zeit selbst geschockt!!! Ist das nicht schockierend? Wir nehmen also lieber Schmerzen in Kauf, als Langeweile zu ertragen.


Die Folgen, wenn wir Pausen vernachlässigen

Dieses Streben nach Impulsen, dieses Getrieben sein kann aber auch gefährlich werden. Wir sind nicht gemacht, um Nonstop zu funktionieren. Es laugt aus. Es erschöpft. Bis nichts mehr geht und wir zum Nichtstun gezwungen sind (Burnout, Erschöpfungsdepression) und eine Therapie, eine Beratung oder ein Coaching nötig wird.



Bedeutung von Pausen für Hochsensible Menschen

Für uns Hochsensible ist es noch um einiges wichtiger, ab und zu eine reizfreie Umgebung zu schaffen. Denn unsere gröberen Filter lassen viel mehr Reize durch, weshalb unsere Sinne schneller überreizt sind als bei durchschnittlich Sensiblen. Als feingesinnter Mensch brauchst du mehr Pausen, denn dein Hirn arbeitet ständig und deine Wahrnehmung ist simultan beschäftigt. Wie bei einem Computer, der dauernd mehrere offene Programme hat. Da ist auch der Akku schneller leer…




Die Wirkung:

Durch das Nichtstun bewirken wir einen Stressabbau und der wirkt sich wiederum positiv auf deine Resilienz und deine gesamte Gesundheit aus. Und so hast du auch

genug Zeit, um alle offenen Programme deines «Computers» wieder zu schliessen.

Ausserdem ist es enorm förderlich für die Kreativität (weshalb viele Menschen unter der Dusche die besten Ideen haben – denn da kann man nichts anderes tun – auch nicht am Handy daddeln!).




Wie schaffts du es, nichts tu tun?

Wenn es dir schwer fällt, 5 bis 10min. zu niksen, mache daraus eine Routine:

Überlege dir, wann es am besten in deinen Tagesablauf passt. Morgens direkt nach dem Aufstehen, beim Kaffee trinken? Oder lieber abends nach der Arbeit auf dem Balkon? Beim Warten auf den Bus? In der Mittagspause? Nimm es dir fest vor und schreibe es anfangs in deinen Terminkalender oder mache dir eine Handyerinnerung. Und sei geduldig mir dir, auch wenn es nicht sofort klappt. Eine neue Routine braucht im Durchschnitt 66 Tage, um sie zu etablieren! Aber es lohnt sich!

Na dann, Happy Niksen!


Deine Jacky

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Hallo Jacky, bin beeindruckt! Das ist eines meiner aktuellen Hauptthemen, an dem ich gerade mit mir zusammen arbeite ;) Und es ist wie immer: Übung macht den Meister :) Ganz liebe Grüsse, Max

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